Wunder von Bern (II)

„Schäfer nach innen geflankt.
Kopfball! Abgewehrt!
Aus dem Hintergund müsste Rahn
schießen. Rahn schießt.
Toooor! Tooor! Tor!“ *
Wunder, Wunder von Bern!
Die Republik hat nun,
1954,
drei Gründungsväter:
Adenauer im politischen,
Erhard im wirtschaftlichen
und Fritz Walter im mentalen Bereich.
Wir sind wieder wer!
Wohlstandskinder.
Salzstängel,
Bier,
Brause.
Malochen,
in die Hände spucken.
Aufatmen.
Verdrängen des Vergangenen,
eingeholt in den 1960ern.
Neugeburtsrecht der 50er.
Demographieboom.
Bis 1964.
Steigerung des Bruttosozialprodukts.
Scheinbar grenzenlos.
Alles machbar.
Republik im Aufbruch.
Die geteilte Nation für Stunden im Eins.
Fußball als Kette der Hoffnung …
durch die Wirren der Zeit.

Reinhold Nisch

* Herbert Zimmermann, 86. Spielminute:
Das legendäre 3:2 beim deutschen Welt-
meisterschaftsendspiel 1954 gilt noch
heute als Wunder. Dieses Sportereignis
hat auch eine vielschichtige politische
Dimension, die genauso spannend ist wie
das dramatische Finale; zitiert nach:
Büchergilde:magazin, Frankfurt/Main 2004
(Heft Nr.2),S.53.

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