Archiv der Kategorie 'Literatur'

Martin Walsers und Reinhold Nischs Selbstportraits (Duolyrik)

Sonntag, den 1. April 2012

Ich bin ein Baum mit bösen Ästen und keinem Himmel über mir. Ich niste in bemalten Resten und spiele das Unschuldstier. * Sagt Martin Walser.   Ich bin ein Fisch mit schlimmen Schuppen und keinem Lichtblick über mir. Ich suche nach verlorenen Resten und spiele das Déjá-vue-plaisir. Sagt Reinhold Nisch.     * Zitiert nach […]

woyzecks leidensprozess

Samstag, den 31. März 2012

das arm` kind ohne hoffnung da der leiblichvater chancenlos im knechtsein siechend gequält den umständen gemäß leidet pauperismus zudem pur ohne hoffnung da die leiblichmutter den seitensprung wagt aber chancenlos nur kurzzeitig im angedachtglauben am sozialaufstieg die triebhaftigkeit bereuend zurückkehrt in angestammtgefilde aussichtslosigkeit schlägt freie bahnen schuld trägst du einen namen

Brief der (späteren) Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek an Reinhold Nisch vom 19. Dezember 1992

Freitag, den 30. März 2012

An dieser Stelle sei der Brief von Elfriede Jelinek vom 19. Dezember 1992 vollständig dargelegt, denn er könnte für die Literaturwissenschaft doch von hohem Nutzen sein. Frau Jelinek möge mir diese Erstpublikation (Oktober 2004, d.Red.) verzeihen: „Lieber Herr Nisch! Ihr Brief hat wirklich einen Irrweg hinter sich, denn in Mürzzuschlag habe ich nie gelebt, ich […]

Elfriede Jelineks Interpretationsansätze

Freitag, den 30. März 2012

Im Irrweg der frühen Neunziger die postalische Odyssee über Mürzzuschlag nach Wien und zurück in den Odenwald: im Inhalt die bewegende Unterstützung der Interpretation zu „Lust“ und „Liebhaberinnen“ auf Lehrer-, Pennälerbitte. Entstehen bei „Lust“ in der Sprache, nicht im Inhalt, die Umwelt als Weggabelung, Determination für die Frau, Missbrauch und Statussicherung, Wohlstandserhalt in isolierter Augenblicklichkeit […]

Siegfried Lenz` „Die Schweigeminute“

Freitag, den 30. März 2012

Im Dickicht der jugendlichen Unerfahrenheit, totzdem der Mehrfachannäherungen, unter Beachtung des Altersunterschiedes das Entstehen und Aufbauen dieser ach so- zärtlichen und einfühlsamen Anbahnung der Lehrerin-/Schüler-Liebe- in der Strandintensivierung singulär- so in der Mulde einfühlsam vollzogen- entwickelt sich im Rückblendenschema des Ostpreußenschriftstellers der Nonstop-Leseaktions-Rhythmus. Christian und Stella- das moderne Märchen der Dauerverweigerung, der Tod durch Zufall […]

neuer tag für georg büchners franz woyzeck

Mittwoch, den 28. März 2012

mit unbehaglichem wohlgefühl den tag anfangen mittags schon aktualisiert und abends an diesem so wintersonnenreich begonnenen herb enttäuscht sein morgen wird es wohl einen besseren geben aber nur vielleicht im zweifel von georgs korrespondenz geht es franz kaum besser vernichtung durch das sein im fokus der realität

Elisabeth Selberts Grundgesetztraum * (Lyrik)

Mittwoch, den 21. März 2012

Im Dunstkreis einer Fastjahrhunderthistorie steht eine Frau ihren Mann, arbeitet sich entbehrungsreich in der Maskulingesellschaft langjährig, mühsam, strebsam, ehrbar nach oben: Volks- und Mittelschule, Handelsschule im Deutschen Kaiserreich, Postgehilfin, Kommunalpolitikerin, Sozialdemokratin, Studentin, Ehefrau, Mutter, Juristin, Frau Doktor in der Weimarer Republik, Leiden, Erdulden im Dritten Reich. Neuanfang nach 1945: weibliches Mitglied- neben drei weiteren Frauen- […]

woyzecks kämpfe

Dienstag, den 13. März 2012

entscheidungsträger sind keine gassenfeger kämpft man für und gegen sich selbst wählt man den niedergang im sinne von franz woyzeck

Georg Büchner – Unbekannt verzogen

Mittwoch, den 29. Februar 2012

unbekannt verzogen ist nicht notgelogen vor dem ahnden der häscher und schergen jung georg hat nichts zu verbergen außer seinem mut zur gerechtigkeit wann ist es soweit zu lebzeiten nicht aber die hoffnung in spe durchaus spricht noch ist nichts verloren andere sind zur vollendung erneut auserkoren

georg büchners woyzeck im doppeleffekt 2012

Mittwoch, den 29. Februar 2012

woyzeck wo irrst du hin gibt das noch sinn armut noch da besserung verschwind wieder ist’s kind betroffen gar fällt dann ins nichts abgrund ist tief gesellschaft wirkt schief kaum überwindung des mief’ von schräglag’ und pein überhaupt nicht fein und gerecht gesellschaft dauerhaft schlecht woyzeck wo irrst du hin gibt das noch sinn armut […]


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